Teil 2

So lassen sich die Fehler vermeiden

Im vorherigen Beitrag wurden speziell die Risiken beim Kauf angesprochen. Bei einem Neubau fällt da zumindest schon mal der Teil der Renovierungen und Modernisierungen weg. Dafür gibt es andere wichtige Punkte zu beachten.

Bei einem Neubau sollte man auf der Kostenseite auch die „sonstigen“ Kosten nicht unterschätzen. Bei den meisten Baufirmen gehören Malerarbeiten, Tapete und Bodenbeläge nicht zu den Baukosten sondern müssen zusätzlich bezahlt werden. Auch die Küche fehlt in der Regel. Die Kosten für die Wasser-, Gas- und Elektroanschlüsse müssen als Hausanschlusskosten ebenfalls selbst bezahlt werden, auch wenn das Grundstück „voll erschlossen“ verkauft wird, denn hierbei handelt es sich nur um die Erschließung in der Straße, der Anschluss bis zum Haus zählt nicht dazu. Und dann sind da auch noch die Außenanlagen. Wird der Erdaushub für Fundament und Keller auch abgefahren oder verbleibt dieser „zur weiteren Verwendung“ auf dem Grundstück ? Was ist mit Carport, Stellplatz, Terasse, Gehweg zum Hauseingang, Zaun, Gartenanlage usw. ? Wie beim Kauf müssen auch die Kosten für den Umzug kalkuliert werden. Passt das alte Mobiliar noch in das neue Heim ?

Ein guter Finanzierungsberater wird auf all diese Punkte eingehen, denn eine Nachfinanzierung wird immer teurer, als wenn vorher alle Kosten realistisch geplant wurden.

Nebenkosten

Wie sieht es mit den laufenden Wohnkosten aus ? Auf Grund der besseren Wärmedämmung können Heizkosten ggf. sogar gesenkt werden, aber nicht nur der Strom, auch Wasser, Abwasser, Müllabfuhr und Wohngebäudeversicherung müssen zukünftig bezahlt werden. Verändern sich die Fahrwege zur Arbeit, Schule und Einkauf ? Wird ggf. ein 2. Fahrzeug benötigt

Wiederverkaufswert

Dieses Risiko ist bei einem Neubau größer, je günstiger das Baugrundstück ist. Günstige Grundstückspreise weisen tendenziell auf schwächere Regionen hin. Wenn das Grundstück nur 10.000 € kostet, die Baukosten aber 250.000 € betragen und es in der Region ein reichhaltiges Angebot von gepflegten Gebrauchtimmobilien um die 100.000 € gibt, wird es wahrscheinlich schwer später einmal einen Kaufpreis zu erzielen, der die Restschuld des Kredites deckt.

Finanzierung

Und damit wären wir beim letzten Punkt: wie soll meine Finanzierung gestaltet werden ?

Natürlich muss als allererstes die monatliche Rate auch in die individuelle Haushaltsplanung passen. Aber die niedrigste Rate ist fast immer eine schlechte Lösung. Es gibt immer noch Banken, die eine Zinsbindung von 5 oder 10 Jahren in Kombination mit 1 % Tilgung anbieten. Aber was passiert dann in 5 oder 10 Jahren ? Nach 10 Jahren sind bei 1 % Tilgung von ursprünglich 250.000 € noch ca. 220.000 € Restschuld (abhängig vom Zinssatz der ersten 10 Jahre) offen. Diese müssen dann zu „marktüblichen“ Bedingungen weiter finanziert werden. Was dann mit der monatlichen Rate passiert, wenn der Zinssatz nur auf 3 oder 4 % steigt und die Tilgung 2 % beträgt, sollte vorher bedacht werden.

Auch eine eventuelle zukünftige Änderung der monatlichen Einnahmen und Ausgaben sollte in der Finanzierung schon bei der ersten Zinsfestschreibung bedacht werden. Können die Einnahmen sinken, weil Familienzuwachs in Aussicht ist ? Oder steigen weil zukünftig mit einem 2. Einkommen zu rechnen ist, weil die Kinder größer werden ? Auch das gehört in eine umfassende Finanzierungsberatung, denn es gibt Möglichkeiten hier eine gewisse Flexibilität in die Finanzierung zu integrieren.

Diese Aufstellung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Hinweise liefern, was es alles zu beachten gibt. Fordern sie den Rat unserer Finanzierungsexperten an, damit sie auch langfristig von einer sicheren Zukunft in der eigenen Immobilie profitieren können. Denn selbst genutztes Wohneigentum bleibt, richtig geplant und finanziert, die beste Altersvorsorge.

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