Woher bekommen Banken das Geld für Kredite?

Zentralbanken:

Geldschöpfung aus dem Nichts.
Geschaffen wird Geld von den Zentralbanken der Staaten und Währungsräume. Dazu zählen zum Beispiel die Europäische Zentralbank in Frankfurt oder die US-amerikanische Federal Reserve. Die Zentralbanken arbeiten praktisch als Währungsbehörden, denn nur sie dürfen gesetzliche Zahlungsmittel ausgeben. Frisches Geld entsteht, wenn die Zentralbanken Kredite an Geschäftsbanken vergeben oder in großem Umfang Anleihen von Staaten und Unternehmen kaufen. Der Gegenwert wird als Sichteinlage auf das Zentralbankkonto des Zahlungsempfängers gebucht, der dann über das Geld verfügt und es in den Wirtschaftskreislauf bringen kann.

Geschäftsbanken schaffen zusätzliches Geld

Kreditinstitute betreiben auch selbst Geldschöpfung. Geschäftsbanken unterhalten Konten bei der Zentralbank. Sie benutzen die Guthaben auf diesen Konten, um Zahlungen untereinander zu tätigen. Ferner können die Guthaben auf diesen Konten von den Geschäftsbanken jederzeit in Bargeld umgetauscht werden, falls ihre Kunden oder sie selbst Bargeld benötigen. Vergibt eine Geschäftsbank einen Kredit über 20.000 €, bucht sie den Betrag als Kreditforderung in ihre Bilanz. Dem Kunden schreibt sie dann diese 20.000 € auf dessen Girokonto gut, womit sich die Geldmenge im Markt entsprechend erhöht. Der Kreditkunde kann den Betrag dann an andere überweisen, ihn mit der EC-Karte zum Einkaufen nutzen oder auch bar am Automaten abheben. Bei dieser Art von Geldschöpfung kommt ein kräftiger Hebel zur Wirkung, denn Geschäftsbanken dürfen ein Mehrfaches ihrer Einlagen als Kredite vergeben. Im Gegenzug müssen sie lediglich eine Mindestreserve bei der Zentralbank deponieren. Im Euroraum ist das aktuell nur 1 % der ausgehändigten Kreditsumme.

Was bedeutet das für die Kunden?

Die Geldpolitik der Zentralbanken zielt vor allem auf eine Preisstabilität und eine ausgeglichene Wirtschaftsentwicklung ab. Durch das Festlegen der Leitzinsen und des Mindestreservesatzes, können die Zentralbanken das Zinsniveau entscheidend beeinflussen. Ist der Refinanzierungszinssatz niedrig, zu dem sich die Geschäftsbanken mit frischem Geld versorgen können, kann das billige Geld in Form von preiswerten Krediten an Privat- und Unternehmenskunden weitergegeben werden. Steigen dagegen die Leitzinsen, werden auch Kredite zwangsläufig teurer.
Der kurzfristige Refinanzierungszins in der Eurozone liegt aktuell bei sehr niedrigen Zinsen. Geschäftsbanken erhalten Zentralbankkredite also praktisch kostenlos. Dadurch soll die Kreditvergabe gefördert, der private Konsum wirksam angekurbelt und ein attraktives Umfeld für Unternehmensinvestitionen geschaffen werden. Die niedrigen Zinsen erleichtern es außerdem vielen Staaten, ihre hohen Schulden zu bedienen und weiter günstig an neues Geld zu kommen.

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